So geht Konfliktbearbeitung in ... NEUWIED

Wo brennt´s, was hilft, wie wirkt´s? Der Steckbrief „So geht Konfliktbearbeitung in ... Neuwied“ macht klar: Ein friedliches Zusammenleben zwischen Geflüchteten und Einheimischen ist nicht nur möglich, es bringt neue Perspektiven für alle Beteiligten. Eine wichtige Rolle spielt dabei umsichtige Konfliktbearbeitung.

Wo brennt´s?

In Neuwied leben Geflüchtete aus Syrien Tür an Tür mit „Alteingesessenen“. Es gibt kaum Möglichkeiten für Kontakt und Austausch. Die fehlende Kommunikation birgt die Gefahr, dass Vorurteile und Missverständnisse entstehen. Die Geflüchteten kommen in der Gesellschaft nicht an, sie fühlen sich nutzlos. Frust wächst, es entstehen Vorbehalte gegen die Bevölkerung, die den Kontakt nicht sucht. Dort wachsen Vorurteile über die Zugezogenen, die sich nicht einbringen. Das Projekt „Starke Nachbar:innen“ von EIRENE e. V. baut Brücken auf und Vorurteile ab.

Was hilft?

Das Zusammenleben mit und unter Geflüchteten braucht Dialog und Begegnung. In Neuwied analysierte das Projektteam die Lage, organisierte Kurse und brachte die Beteiligten in Kontakt. Bei den „Starken Nachbar:innen“ fungieren Geflüchtete als Brückenbauer:innen zwischen den „Neuen“ und den Alteingesessenen: Sie übersetzen, bilden aus und ermutigen dazu, sich an Gemeinschaftsaktionen zu beteiligen. Sie motivieren andere Geflüchtete, sich als Ehrenamtliche aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Zwischen Juli 2022 und Dezember 2025 wurden in rund 20 Veranstaltungen Kontakte zwischen Bürger:innen der Aufnahmegesellschaft und Geflüchteten hergestellt. Es gab Vernetzungstreffen, Qualifizierungsangebote und Mitmachaktionen, um ehrenamtliches Engagement und Integration zu fördern.

Wie wirkt´s?

Kontakt ist die Basis, um gemeinsam über Vorurteile und Missverständnisse zu sprechen. Im Mittelpunkt steht ein gemeinsames Ziel: Das Gemeinwohl stärken und ein besseres Leben für alle. Rund 60 Einzelaktionen in Neuwied und Umgebung wie beispielsweise Workshops zu Zivilcourage, Erste-Hilfe-Kurse, Computerkurse und Beratungsangebote für Eltern werden heute von Ehrenamtlichen im Projekt selbst organisiert. Bereits 580 Personen wurden beraten. Ein Highlight ist der „Clean-up-Day“, bei dem Ehrenamtliche öffentliche Grünflächen säubern.

EIRENE wurde für das Projekt mit einer Best-Practice-Auszeichnung im Rahmen des Integrationspreises Rheinland-Pfalz 2025 geehrt.


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Autorin: Martina Rieken          Bild: EIRENE e. V.