KrisenFest – Planspiel zur Demokratieförderung bildet aus
Das Fränkische Bildungswerk für Friedensarbeit e. V. hat das Planspiel KrisenFest entwickelt. Im Juni startet eine Ausbildung für Multiplikator:innen, die das Spiel anschließend pädagogisch anleiten können.
KrisenFest behandelt innergesellschaftliche Konflikte und fördert demokratische Herangehensweisen an Konflikte – am Beispiel einer mittelgroßen Stadt. Im Spiel wird sich zeigen: Wie gelingt es der Stadtgesellschaft gewaltfrei gegen extremistische Bestrebungen vorzugehen?
Die Szenerie: Eine mittelgroße Stadt feiert ihr Jubiläum. Die Stadträt:innen haben entschieden, dass sie dafür die Bürger:innen der Stadt einbeziehen wollen. Drei Gruppen sind ausgewählt, um ihre Beiträge einzubringen. Der Stadtrat hat eigene Ideen. Neben unterschiedlichen Einzelinteressen und Lebensrealitäten machen viele Ideen zum Jubiläum die Runde: von Straßenfesten über Fotowettbewerbe und Musikveranstaltungen, bis hin zu Filmtagen. Bedauerlicherweise wirken die großen und kleinen Krisen in dieses Geschehen hinein. Die vielen militärischen Konflikte in der Welt beeinträchtigen auch das Zusammenleben in der Stadt, die Klimakatastrophe wird durch Unwetter spürbar, die Wohnungsnot nimmt zu, die Kluft zwischen den normal verdienenden Menschen und denen mit hohem Vermögen ist gewachsen und extremistische Aktivitäten von kleinen Gruppen sorgen für Spannungen.
Wie werden die Bürger*innen auf diese Krisen reagieren? Ist der Stadtrat in der Lage auf diese Herausforderungen einzugehen? Die Auseinandersetzungen an konkreten Orten ab. Der alte Bahnhof, der Marktplatz, das Rathaus, die Kaserne, ein Energieunternehmen, die Unterkunft von Asylsuchenden und diverse Wohnsiedlungen werden zu umkämpften Plätzen, an denen zusammengearbeitet werden muss. Wird es möglich, die Orte demokratisch zu beleben?
In einer Demokratie jede:r Bürger:in etwas ausrichten
„Die Teilnehmenden entdecken während des Spiels, dass es manchmal einfacher ist, Verbündete für die eigenen Anliegen zu finden, als sie zunächst angenommen hätten“, sagt Karl-Heinz Bittl vom Fränkischen Bildungswerk für Friedensarbeit, der das Spiel mit entwickelt hat. „Sie erleben, wie wichtig es ist, einander zuzuhören und Kompromisse zu finden.“ Allerdings seien die Teilnehmenden auch mit Schwierigkeiten konfrontiert, die durch Polarisierung entstehen und Krisen verschärfen. In diesen Auseinandersetzungen lernen sie, dass in einer Demokratie jede:r Bürger:in etwas ausrichten kann und dabei Verantwortung für das eigene Handeln trägt. Auch Erfahrungen von Macht und Ohnmacht werden durchlebt und im Anschluss reflektiert. „Ohnmacht drückt sich durch Manipulation, Willkür und Gewalt aus. Sie macht krank und erschöpft“, sagt Bittl. „Wir sind alle aufgerufen, diese Ohnmacht aufzudecken und ihr entgegenzutreten.“
KrisenFest dauert etwa sechs Stunden. Das Spiel gibt es mit Karten und Papier und als mobile Version, die an Tablets genutzt werden kann.
Die Weiterbildung zur Spielleitung findet am 12. und 13. Juni in Nürnberg statt. Sie richtet sich an Menschen über 18 Jahre, die sich gesellschaftlich engagieren möchten. Es wird eine geringe Teilnahmegebühr von 55 Euro (ermäßigt: 25 Euro) erhoben. Anmeldung ist bis zum 1. Juni möglich unter: info [at] fbf-nuernberg [dot] de (info[at]fbf-nuernberg[dot]de)
Weitere Infos zum Spiel hier: https://krisenfest.org/
Den Flyer zur Weiterbildung gibt es hier: https://conflict-transformation.de/wp-content/uploads/2026/03/Flyer-Krisenfest-Schulung-126.pdf
Autor:innen: Karl-Heinz Bittl/Martina Rieken Illustration: KI-generiert